Nächtliches Licht könnte Risiko für Herzinfarkt und Diabetes erhöhen

Nächtliches Licht könnte Risiko für Herzinfarkt und Diabetes erhöhen

Künstliches Licht in der Nacht gehört für viele Menschen zum Alltag: Straßenlaternen vor dem Fenster, leuchtende Displays, Stand-by-Anzeigen oder ein laufender Fernseher im Schlafzimmer. Eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung, über die unter anderem Ad-hoc-News berichtet, deutet nun darauf hin, dass nächtliche Helligkeit stärker mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein könnte als bislang angenommen.

Demnach steht Licht während der üblichen Schlafenszeit in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt sowie für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes. Wichtig ist dabei: Die Ergebnisse zeigen vor allem eine statistische Verbindung. Sie beweisen nicht automatisch, dass Licht allein die Erkrankungen verursacht. Dennoch passen sie zu früheren Erkenntnissen aus der Schlafforschung und der Chronobiologie.

Warum Licht in der Nacht den Körper belasten kann

Der menschliche Körper folgt einem inneren Tag-Nacht-Rhythmus. Dieser sogenannte zirkadiane Rhythmus beeinflusst unter anderem Hormonhaushalt, Blutdruck, Körpertemperatur, Blutzuckerregulation und Schlafqualität. Dunkelheit signalisiert dem Körper normalerweise, dass Ruhezeit beginnt. Wird dieser Ablauf durch künstliches Licht gestört, kann das verschiedene Prozesse durcheinanderbringen.

Besonders empfindlich reagiert der Körper auf Licht mit hohem Blauanteil, wie es von Smartphones, Tablets, Computern und manchen LED-Lampen ausgeht. Es kann die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin beeinflussen und damit das Einschlafen erschweren. Wer dauerhaft schlechter schläft, hat nach heutigem Forschungsstand häufiger Probleme mit Blutdruck, Gewicht, Insulinempfindlichkeit und Entzündungswerten.

Herz und Stoffwechsel stehen im Fokus

Für Herz und Stoffwechsel ist erholsamer Schlaf ein wichtiger Schutzfaktor. Während der Nacht sinken normalerweise Puls und Blutdruck. Kommt es wiederholt zu Schlafunterbrechungen oder bleibt der Körper in einem leichten Alarmzustand, kann das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet werden. Auch die Verarbeitung von Zucker im Körper kann sich verschlechtern.

Fachleute sehen darin einen möglichen Grund, warum Menschen mit höherer nächtlicher Lichtexposition in Studien häufiger Auffälligkeiten bei Herzgesundheit und Diabetesrisiko zeigen. Neben Licht spielen jedoch weitere Faktoren eine Rolle: Alter, Vorerkrankungen, Ernährung, Bewegung, Schichtarbeit, Stress und soziale Lebensbedingungen können die Ergebnisse beeinflussen.

Was Verbraucher konkret tun können

Wer sein Schlafzimmer dunkler macht, geht in der Regel kein Risiko ein und kann möglicherweise die Schlafqualität verbessern. Sinnvoll sind zum Beispiel blickdichte Vorhänge, das Ausschalten unnötiger Lichtquellen und das Abdunkeln kleiner Anzeigen von Geräten. Auch ein Nachtlicht sollte möglichst schwach, warmweiß oder rötlich und nicht direkt auf das Bett gerichtet sein.

Empfohlen wird außerdem, Bildschirme in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen zu reduzieren oder zumindest Nachtmodi zu nutzen. Wer regelmäßig schlecht schläft, stark schnarcht, tagsüber sehr müde ist oder bereits Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselprobleme hat, sollte medizinischen Rat einholen. Weitere Hinweise zu einem gesunden Alltag findest du in unserem Bereich Gesundheit.

Forschung liefert wichtige Hinweise, aber keine einfache Erklärung

Die neuen Daten erhöhen den Druck, Lichtverschmutzung und Schlafumgebung ernster zu nehmen. Sie liefern jedoch keine einfache Formel nach dem Motto: eine Lichtquelle gleich eine Erkrankung. Vielmehr zeigen sie, dass Schlaf, Dunkelheit und regelmäßige Rhythmen wichtige Bausteine der Vorsorge sein können.

Für Städte, Arbeitgeber und Privathaushalte stellt sich damit auch die Frage, wie Beleuchtung gesundheitsbewusster gestaltet werden kann. Weniger grelles Licht in der Nacht, gut abgeschirmte Außenbeleuchtung und mehr Aufmerksamkeit für Schlafhygiene könnten einfache Schritte sein, um langfristig Risiken zu reduzieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen